Beinahe täglich erreichen uns über die Medien neue Nachrichten zum Thema Spionage – von russischen Agenten in den USA oder Giftanschlägen auf ehemalige Doppelagenten wie Sergei Skripal in England. Und auch die fiktionalen Agenten in Filmen und Serien bleiben schwer angesagt: Atomic Blonde 2, wieder mit Charlize Theron als Lorraine Broughton in der Hauptrolle, soll gedreht werden, die zwei finalen Staffeln von „The Americans“ stehen in Deutschland noch aus.

Auch das Deutsche Spionagemuseum steht nicht still – ganz im Gegenteil. Die Dauerausstellung wurde grundlegend überarbeitet und um zahlreiche einzigartige Exponate, interaktive Stationen und hochkarätige Zeitzeugen ergänzt.

Die Zeitreise führt von frühesten Zeugnissen der Spionage in der Antike über die Entwicklung von ausgereiften Methoden militärischer Aufklärung während der Weltkriege zu den wechselvollen Geheimdiensttätigkeiten der unterschiedlichen politischen Lager im Kalten Krieg. Auch die Gegenwart bleibt nicht ausgespart – hier widmet sich das Museum insbesondere den Themen Terrorismusabwehr, Macht der Information, Big Data und Smart Gadgets sowie dem Spannungsfeld von Demokratie und Geheimdienst.

Für die neue Dauerausstellung wurden einzelne Exponate und ganze Sammlungen zur Spionagetechnik angekauft oder als Dauerleihgaben für das Museum gesichert.

Eine der herausragenden Sammlungen von Spionagetechnik umfasst speziell die Staatssicherheit der DDR, jedoch auch Eigenentwicklungen und Umbauten für den sowjetischen Geheimdienst KGB und das Handwerkszeug westlicher Dienste. Unter diesen Neuerwerbungen finden sich so spektakuläre Objekte wie schießende Aktenkoffer neben raffinierten Entwicklungen aus dem Bereich der Fototechnik. Die in einem Lippenstift versteckte Kamera „Zvouk“ sticht hier besonders heraus.

Als Dauerleihgaben sind erstmals Exponate aus den Archiven von Bundesnachrichtendienst und Bundesamt für Verfassungsschutz öffentlich zu sehen. Unter ihnen Highlights wie ein von der Doppelagentin Gabriele Gast für Geheimschrift genutzter Seidenschal oder die „Violine“ ein Hilfsmittel des BND zur Herstellung von Geheimcodes.

Noch stärker als bisher wird der Besucher in die Ausstellung einbezogen. Mehr als zehn neue interaktive Installationen fordern zum Mitmachen auf: Ein Kurs zur Morsetechnik, ein Büro nach versteckten Wanzen absuchen oder codierte Funksendungen aufspüren – all das ist ab sofort möglich.

Unter den Zeitzeugen, deren Videointerviews im Museum zu sehen und zu hören sind, finden sich Vertreter unterschiedlichster Positionen: vom letzten Leiter des DDR-Auslandsgeheimdienstes „Hauptverwaltung Aufklärung“, Werner Großmann, und seinen Top-Agenten bei der NATO, Rainer Rupp, über die ehemaligen Präsidenten des BND Hans-Georg Wieck und Gerhard Schindler bis hin zum ehemaligen Hacker und heutigen Sicherheitsforscher Felix „FX“ Lindner.